Gut gewässert, akkurat getrimmt und gehegt und gepflegt: PURPLE BONSAI waren die nächsten auf der Bühne der Spinnerei. Ein Bonsai ist bekanntlich ein alter Baum, nicht ein kleiner, wie viele fälschlich meinen - sorgfältig gestutzt und höchst dekorativ. PURPLE BONSAI behaupten von sich, der härteste Bonsai der Welt zu sein; über den Härtegrad eines durchschnittlichen Bonsais weiß das kleine Stormbringer-Schreiberlein zwar nicht Bescheid (Flora und Fauna überlassen wir dann doch lieber den dafür ausgebildeten Biologen), doch dieser PURPLE BONSAI rockte definitiv hart! Tief im Rock und Metal der 80er verwurzelt, mit knackigen Riffs und schönen Keyboardlinien, hatten auch die tiefpurpurnen Ziergewächse (tief purpur - DEEP PURPLE, got it? Vom flachwitzelnden Wortspiel des Berichterstatters abgesehen, gab es aber keinen entsprechenden Hammond-Overkill.) leichtes Spiel mit dem Publikum. Zwar wirkte der Auftritt im Vergleich zu den Wirbelwind-Vorgängern eher gediegen, doch das nahm den oftmals mit einem Hauch Prog verbrämten Kompositionen keineswegs den Biss. Überraschend auch die Einbindung eines deutschsprachigen Songs in die ansonsten ausschließlich in Englisch gehaltenen Texte, und großartig die Ansagen von Sänger/Bassist Norbert Ploberger, der sich als absolut nicht auf den Mund gefallen präsentierte und jeden Zwischenruf aus dem Zuschauerbereich gekonnt konterte. Daumen hoch!

Setlist:

  • Mr. Universe
  • The Avengers (Mit Schirm, Charme und Melone)
  • Wrong Man
  • Lost in Kansas
  • God paints
  • Weil ihr die Schmerzen nicht kennt
  • Dreamcatcher
  • New World